
Wie ich zu dem geworden bin, was ich heute tue
Mein Weg zu dieser Arbeit war kein gerader.
Er hat sich gezeigt — durch Erfahrungen, die ich nicht gesucht hatte, durch Begegnungen, die mich verändert haben, und durch eine innere Stimme, der ich irgendwann nicht mehr ausweichen konnte.
Meine Wurzeln
Geboren wurde ich in einem kleinen Dorf am Rand des schwäbischen Waldes. Die Natur war mein Spielplatz und ist mir bis heute Heimat geblieben.
Schon als Kind hat mich eine Frage begleitet: Wie geht Leben? Warum sind manche Menschen glücklich und erfolgreich, und andere voller Leid? Mit etwa vierzehn Jahren war mir klar — durch seltsame Ereignisse, Zufälle, Bücher — dass es mehr gibt als das, was wir mit den äußeren Sinnen wahrnehmen können.
Vieles, was später zur Grundlage meiner Arbeit wurde, verdanke ich meiner Mutter. Ihre Neugier, ihre Liebe zur Natur, die vielen Bücher, die bei uns zuhause lagen. Mit zwanzig Jahren schenkte sie mir einen Kurs in Transzendentaler Meditation. Wenig später kam Yoga dazu, das ich seit vielen Jahren übe. Erst viel später wurde mir bewusst, dass mein Weg von Anfang an ein spiritueller war — ich hatte ihn nur mit einer Selbstverständlichkeit gelebt, dass ich es nicht als solchen erkannte.
Meinem Vater bin ich auf andere Weise dankbar. Andere kreative Wunschberufe wurden mir früh ausgeredet, und so wurde ich Diplom-Betriebswirtin. Doch mein Vater hat mir früh sein Vertrauen geschenkt, im Familienunternehmen Verantwortung zu übernehmen, und mich völlig frei darin sein lassen. Fast drei Jahrzehnte habe ich dort als Leiterin der Verwaltung gearbeitet. Diese Freiheit im Mitgestalten war eine Schule, die mir heute zugutekommt — auch dort, wo es nicht mehr um Zahlen, sondern um Menschen geht.
Geblieben ist von all dem die Meditation — nicht als Konzept, sondern ins Leben integriert.
Was mich Tief Gemacht hat
Mit knapp dreißig wurde ich Mutter. Mein Sohn und meine Tochter kamen in einem Abstand von zwei Jahren zur Welt. Sie sind zwei der größten Geschenke meines Lebens. Heute sind sie erwachsen und gehen ihre eigenen Wege — und es ist eine ganz eigene Freude, sie heute zu erleben.
Mit dem Vater meiner Kinder war ich vierundzwanzig Jahre verbunden. Wir kamen in jungen Jahren zusammen und entwickelten uns über die Jahre in unterschiedliche Richtungen. 2011 trennten wir uns. Was bleibt, ist die Dankbarkeit für die gemeinsamen Jahre und für das, was aus ihnen hervorgegangen ist.
In den Jahren danach habe ich traditionelle schamanische Zeremonien in Südamerika erlebt. Sie haben mein Bewusstsein für Dimensionen geöffnet, die mir vorher nicht zugänglich waren. Für die Tiefe meiner heutigen Arbeit sind sie von wesentlicher Bedeutung.
In dieser Zeit begegnete mir noch einmal die große Liebe. Stefan war mein Weggefährte in der inneren Arbeit, ab 2016 mein Ehemann. Mit ihm und unseren Kindern aus den vorherigen Beziehungen lebten wir zwölf Jahre lang als Patchworkfamilie. 2019 pachteten wir eine einfache Berghütte in Vorarlberg, die seither mein zweiter Ort des Daseins ist. Es war eine sehr glückliche, erfüllte Zeit.
Im Jahr 2022 starb Stefan plötzlich an einem Herzinfarkt, nicht weit von unserer Hütte.
Durch Stefan habe ich den Tod am lebendigen Leib erfahren. Durch tiefen Schmerz und Trauer bin ich neu geboren worden. Das sind nicht einfach Worte. Es ist das, was geschehen ist.
Ich habe gelernt, was es bedeutet, nicht mehr zu wissen — und trotzdem weiterzugehen. Ich habe gelernt, dass die Werkzeuge, mit denen ich arbeite, nicht nur Methoden sind, sondern Wege durch das Unaushaltbare. Und ich habe gelernt, dass dort, wo nichts mehr greift, etwas anderes anfängt zu tragen.

Der Weg der Kriegerin
Seit einigen Jahren gehe ich bewusst den Weg der Kriegerin — einen inneren Weg, der mich lehrt, aus Tiefe, Bewusstheit und Verantwortung zu leben. Dieser Weg ist kein Konzept und keine Rolle. Er ist eine Haltung, die sich im Alltag zeigt: in der Art, wie ich wahrnehme, wie ich handle, wie ich mich der Welt zuwende.
Vor etwa sechs Jahren begann ich, mich intensiver mit den Kriegerlehren zu beschäftigen. Ich las Carlos Castaneda, Armando Torres und Samuel Widmer, und etwas darin berührte eine tiefe Wahrheit in mir — eine Erinnerung an etwas Ursprüngliches. Ich folgte diesem Ruf: durch eine Ausbildung bei Uta Wittig, die die Kriegerlehre in die heutige Zeit übersetzt, durch Seminare in der Kirschblüten-Gemeinschaft, und durch eine tägliche Praxis von Bewusstheit, Energiearbeit und innerer Ausrichtung.
Dieser Weg hat mich verändert. Er hat mich klarer gemacht, stiller, wacher, freier.
„Der Weg des Kriegers ist der Weg des fröhlichen Scheiterns. Dies ist der Weg der Makellosigkeit.“
— Samuel Widmer
Fröhliches Scheitern heißt für mich: nicht enttäuscht zu sein, wenn ich nicht so klar, so still, so frei bin, wie ich es sein möchte. Sondern wieder anzufangen. Ohne Drama. Ohne Selbstvorwurf. Aus der Haltung, dass der Weg selbst das Ziel ist.
Für mich heißt das auch: nicht aus Gewohnheit zu reagieren, sondern aus Bewusstheit zu handeln. Die eigene Wichtigkeit zu überwinden, um klar zu sehen. Energie zu sammeln, statt sie zu zerstreuen. Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Liebe und Präsenz an die Stelle von Angst, Widerstand oder Reaktion zu setzen.
Stillpunkt — Raum für das Wesentliche ist aus dieser inneren Haltung entstanden. Der Kriegerweg führt immer wieder zurück zur Essenz, zur Stille, zur Klarheit. Er führt dorthin, wo das Wesentliche sichtbar wird. Wenn ein Mensch beginnt, aus Bewusstheit statt aus Reaktion zu leben, verändert sich nicht nur sein eigenes Leben — es verändert sich das Feld um ihn herum.
Meine VISION
Ich glaube, dass Heilung nicht gemacht wird. Sie geschieht, wenn wir uns erinnern.
Erinnern an das, was wir wirklich sind. An unsere Verbindung — zur Erde, zur Lebenskraft, zur Gemeinschaft. An unsere Aufgabe, nicht als Leistung, sondern als Ausdruck unseres Wesens.
Freiheit ist für mich weniger ein äußerer Zustand als eine innere Entscheidung. Eine Kraft, die in jedem Menschen vorhanden ist — die Kraft, bewusst zu wählen, präsent zu sein und Verantwortung für den eigenen Weg zu übernehmen.
Meine Vision sind Orte, an dem Menschen sich selbst begegnen können — in ihrer Tiefe, ihrer Kraft und ihrer eigenen Wahrheit. Eine Arbeit, in der sich das Spirituelle und das Weltliche berühren, und die Menschen nicht nur begleitet, sondern berührt.
„Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum.
Wenn viele gemeinsam träumen,
so ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit.“
Dom Helder Camara

Ich bin nicht die, die weiß, wo dein Weg hingeht. Ich bin die, die mit dir zusammen den Raum hält, in dem dein eigenes Wissen sichtbar werden kann.

Wo ich mich einbringe – Silent Wings
Die Wandlung vom Ich zum Du zum gemeinsamen Wir steht im Fokus meines Wirkens. Mein Beruf steht für den Schritt vom Ich zum Du. Mein Engagement bei Silent Wings steht für den Schritt vom Du zum Wir.
Mit Gefährten habe ich vor einigen Jahren den Verein Silent Wings gegründet — einen Zusammenschluss von Menschen, die ein neues Bewusstsein in die Welt bringen möchten, unter anderem über Formen gelebter Gemeinschaft. Unser erstes Projekt entsteht in Bolivien, wo wir an einem Ort des Miteinanders bauen.
Ich engagiere mich dafür, dass wir gemeinsam Räume erschaffen, in denen Menschen ihre inneren Flügel entdecken und den Mut finden, neue Wege zu gehen. Nach meinem eigenen Wandel weiß ich, wie heilsam Gemeinschaft und Mitgefühl sind, um das Licht in stürmischen Zeiten zu bewahren.
Mehr über das Vereinsprojekt:
silent-wings-foundation.de >
